Schlagwort: Sauerland

  • In eigener Sache: 5 Jahre Sauerland-Gedöns

    Sauerländer, was’n das?

    Nun, ein besonderer Typ Mensch. Er hockt, ackert oder rackert in einer hügeligen Landschaft, auch Sauerland genannt, mitten in Deutschland. Wenn er Schmacht hat, betritt er eins der zahlreichen Forstgebiete und erlegt ein Stück Wild. Wenn er Durst hat. und der gemeine Sauerländer hat das oft, labt er sich an heimischen Pilsbieren und genehmigt sich das ein oder andere Pinneken Korn. Der Sauerländer an sich beschränkt sich konversationsmäßig auf das absolut Notwendige. Aber wenn er was sacht, dann hängt er sein Lieblingswort dran, das „Woll!“, „Woll?“ oder „Woll?!“.

    schuetzenfestimsauerland

    Auch wenn er es gerne ruhig und beschaulich mag, feiern tut der Sauerländer dann doch. Aber natürlich auf eine ganz spezielle Art und Weise, auch „Schützenfest“ genannt. Das gibt’s in jedem Dorf. Dabei muss nicht viel geredet werden, denn im Vordergrund steht die Bekämpfung des ewig anhaltenden Durstes der Sauerländer. Ganz nebenbei, kürt man alljährlich auffem Schützenfest seinen Dorfhäuptling, auch König genannt. Der bekommt natürlich auch eine Frau anne Seite und ein paar Untertanen.

    Der Sauerländer an sich ist ein fleißiges Kerlchen (oder Frauchen). Er bestellt seine Äcker, mäht seine Weiden und kümmert sich liebevoll um sein Viecher. Außerdem hegt und pflegt er seine Fichtenmono- und Weihnachtsbaumkulturen, welche sich über die gefühlt (aber wohl nie gezählten) eintausend Hügel erstrecken. Und dann bemüht er sich noch um die Unterbringung, Bewirtung und Bespaßung der Gäste aussem Pott und der niederländischen Tiefebene, welche regelmäßig in langen Autokarawanen über die wenigen befestigten Wege in die beschauliche Mittelgebirgregion einfallen.

    Klamotten für’s Volk

    Mein erstes Sauerland-MotivNun, man könnte noch viel mehr erzählen. Man könnte aber auch Shirts, Pullis und anderes Gedöns daraus machen. Dachte ich mir so, im Frühjahr 2007, kurz nachdem der Orkan Kyrill im sonst so beschaulichen Sauerland gewütet hatte, und der Sturm so die Vorlage für mein erstes Sauerland-Motiv „Kyrillopfer“ lieferte. Die Ideen zu weiteren Sauerländer Motiven lieferten und liefern die wortkargen und etwas drögen Hügellandbewohner selbst. Und auch wenn zahlreiche Klischees bedient werden, das der humorfreien Hinterwälder hat sich nicht bestätigt. Denn, man staune, was 2007 ins Netz gestellt wurde, existiert 2012 immer noch, SAUERLANDSTYLE.com, der Internetladen für Sauerland-Freunde. Und, glaubt’s mir oder nicht, in den Jahren haben so einige Sauerland-Shirts neue Träger gefunden.

    Für mich stand und steht der Spaß im Vordergrund. Sauerländer Volksinitiative, Heimatblätter, Gruppenzwang? Brauche ich nicht. Ich konzentriere mich lieber auf neue Ideen und das Entwerfen von neuen Sauerland-Motiven, zumal mein Internetladen nach wie vor ein „One-Man-Projekt“ ist. Um so praktischer, dass es freundliche Menschen im tiefen Osten der Republik gibt, die einem die Arbeit mit dem T-Shirt Druck abnehmen. Ich freu mich immer noch darüber, wenn ich Menschen mit einem Sauerland-Shirt von mir, begegne. Ich find’s weiter klasse, wenn ich nette Rückmeldungen aus dem Sauerländer Völkchen erhalte oder die Sauerland-Touristiker lieber mit Hügelland-Shirts und -Autos unterwegs sind, als mit einem nullachtfünfzehn-Agenturdesign für die Massen.

    Und ich staune auch weiter über Situationen wie unlängst in der Mescheder Bücherstube meines Vetrauens. Als ich den Bericht über meinen kleinen Internetladen im Marco Polo Reiseführer Sauerland entdeckt habe. Aufdrängen mag ich mich nicht. Berichtet wurde auch ohne Pressearbeit, in der guten alten WR, im Focus Campus, im WDR-Lokalfernsehen. Und auch der dpa waren die Sauerland-Klamotten kürzlich eine Ticker-Meldung wert.

    Der Stand der Dinge: 75 Sauerland-Motive (zzgl. etlicher Sonderanfertigungen) in 5 Jahren. Der entfernteste Shirt-Besitzer lebt in Australien. Das außergewöhnlichste Sauerland-Shirt (bislang) war ein Heiratsantrag, der übrigens erfolgreich verlief.

    Gut is. Auf die nächsten 5 Jahre. Jetzt ein Pils. Prost!

    PS: Wem die töften Klamotten und Mitbringsel für Sauerland-Freunde gefallen, der darf auch hier mal vorbeischauen.

  • Bahnhof Meschede: Nase zu und durch

    Der Heimatzeitung kann man jüngst entnehmen, dass der Mescheder Bahnhof unter den Lokführern als der gefährlichste entlang der Oberen Ruhrtalbahn gelte. Der Fachmann macht dafür einerseits die dürftige bis nicht vorhandene Absperrung des Bahnhofsareals und andererseits das mangelnde Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung verantwortlich:

    Viele vermeiden die Unterführung dort und laufen direkt von Bahnsteig 1 über die Gleise hinweg zum Bahnsteig 2. Es ist lebensgefährlich. (…) Er unterscheidet: „Junge Leute sind sich der Gefahr nicht bewusst, die sie hier eingehen. Bei den Älteren ist es immer Bequemlichkeit. Gemeinsam ist ihnen: Sie haben kein Unrechtsbewusstsein.“

    Mag sein. Aber vielleicht haben sie auch einfach keine Lust drauf, weil sie der Ekel überkommt. Denn so sieht die Unterführung bei guter (!) Witterung aus.

    20120212
    Der Mescheder Untergrund.

    Wenn man seine Körperöffnungen beim Durchschreiten dieses Blickfangs mitten in der Kreisstadt weitestgehend geschlossen hält, kommt man ganz gut durch. Dass sich dazu offenbar nicht alle im Stande sehen, zeigt das Foto nicht. Aber man riecht’s. Von daher: Nase zu und durch!

    Die schicken digitalen Anzeigetafeln der Bahn, die einen dann oberirdisch erwarten, sind ja ganz nett. Im Zeitalter der Smartphones kann man darauf aber auch irgendwie verzichten. Investitionen in die Unterführung und der Bau eines Aufzuges – das wäre mal was!

    Denn für viele potenzielle Bahnkunden, beispielsweise Rolli- und Rollatorenfahrer, stellen die Treppen am Mescheder Bahnhof bereits jetzt ein unüberwindbares Hindernis für die Fahrt in Richtung Dortmund oder Hagen dar. Da braucht’s gar keinen Zaun.

    UPDATE (09.07.2012)
    Der Mescheder Untergrund konnte sich übrigens unlängst über eine Sanierung in Form von weißer Farbe und Duftspendern freuen. Beweisfoto folgt – sofern bis dahin nicht schon wieder der alte Zustand erreicht wurde…

  • Nu isser weg

    In den letzten Wochen hatte ich – prüfungsbedingt – eine längeres Intermezzo mit Baudrillard, Brecht, Enzensberger, Jeanneney und Google, Kopierschutz, Urheberrecht und dem alten Marx, „dem Bösen“ und vielen anderen interessanten Persönlichkeiten und Phänomenen.

    Da blieb leider nicht viel Zeit für anderes. Und deshalb fand ich es auch sehr zuvorkommend vom Bundespräsi, dass er seinen Rücktritt solange hinausgezögert hat, bis ich live dabei sein konnte. Gut, im Nachgang kann man sagen: Man hätte nichts verpasst! Der 4-Minuten-Abgang des Staatsoberhaupts war nur weiterer Beleg für dessen Realitätsverlust oder Unverschäm… – nein, ich sag’s nicht. Ich will mich dazu nicht äußern. Andere haben das schon treffend getan.

    Bemerkenswert Erschreckend finde ich dagegen, dass diese Tränendrüsennummer zum Ende auch noch Wirkung zeigt. Die Kommentare unter den Berichterstattungen im Netz sprächen Bände. Speziell dem Sauerländer Völkchen scheint es der Interims-Präsident angetan zu haben. Anders kann ich die Ergüsse auf der Facebook-Seite des heimischen Radiosenders nicht deuten. Ich könnte mich dazu äußern, aber irgendwie lohnt es nicht. Ich lasse die nachstehende Auswahl einfach mal so wirken…

  • Von Revolutionen, dem Web 2.0 und einer Palette Sauerländer Bier

    Die Jusos Saarlouis veröffentlichen seit kurzem einen Newsletter namens „Revoluzzer“. Zugegeben, eine Meldung ist das nicht wert. Die kleine Randnotiz, die dazu jüngst in der Saarbrücker Zeitung erschien, dann aber wieder schon. Die politische Konkurrenz hat’s entdeckt, weiterverbreitet und die Netzwelt lacht. Dumm gelaufen. Zumal die Juso-Pressemeldung kein Wort über eine Revolution verliert. Sofern sich der verantwortliche Redakteur lediglich einen Spaß erlauben wollte, so ist ihm das jedenfalls gelungen.

    Erinnert hat mich die ganze Geschichte irgendwie an eine Sauerländer Ortsgruppe der FDP. Die wollten über das „Web 2.0“ neue frische Wählerschichten akquirieren. Daraus geworden ist dann das: „Twitter Online!“

    Passend dazu demonstrierte ein Sauerländer Brauerei-Imperium, wie (positive) Öffentlichkeitsarbeit funktioniert. Nachdem man vom hausinternen Blog der taz als zunächst als „Gurke des Tages“ bloßgestellt worden war, lieferte die kreative Unternehmenskommunikation in der Wästerstadt umgehend den Beleg dafür, dass Alkohol durchaus eine Lösung sein kann.

    Die Tücken der Öffentlichkeitsarbeit. Mehr sag‘ ich mal nicht…

  • Schrumpfkur für den Mescheder Stadtrat

    Die Mescheder Ratsherrn (und -frauen) sollen sich bei ihrem nächsten Zusammentreffen mit ihrer eigenen Dezimierung befassen (natürlich nicht im ursprüngliche Sinne des Begriffes). Denn nach dem Willen von Bürgermeister und Stadtverwaltung soll die Zahl der Bürgervertreter ab der kommenden Legislaturperiode auf 38 sinken. Bislang sitzen regulär 44, aufgrund von Überhangmandaten aktuell sogar 46 Mitglieder im städtischen Rat.

    Die Idee dazu ist nicht neu. Bereits 2009 – unmittelbar nach der letzten Kommunalwahl – stellte die SPD-Fraktion einen entsprechenden Antrag auf Verkleinerung des Gremiums. Erst vor gut einem Jahr, im Dezember 2010, wurde der Vorschlag jedoch abgelehnt. Warum das Thema nun schon wieder auf der Tagesordnung steht, darüber kann man nur spekulieren. Möglicherweise liegt es daran, dass der Vorschlag diesmal aus einer anderen (politischen) Richtung kommt.

    Die angedachte Schrumpfkur des Stadtrats macht Sinn. Die Bevölkerung der Kreisstadt sinkt und wird weiter abnehmen. Noch wichtiger aber ist, dass das ehrenamtliche Engagement abnimmt. Auch und gerade die politischen Organisationen bekommen dies zu spüren. De facto wird es zunehmend schwieriger, alle 22 Wahlkreise in der Kreisstadt mit Kandidaten zu bestücken. Auf lange kurze Sicht, wird es keine Alternative zu einer Verkleinerung des Rates geben.

    Problematisch finde ich dagegen, den finanziellen Aspekt in den Vordergrund der Debatte zu stellen. Natürlich bedeuten weniger Ratsmitglieder auch weniger Kosten. Die Stadtverwaltung rechnet bei einer Reduzierung des Rates um sechs Sitze mit einer jährlichen Ersparnis von etwa 20.000 € – diese Summe erscheint durchaus realistisch. Auch die SPD-Fraktion begründete ihren Antrag von 2009 damit, dass man beim Sparen mit gutem Beispiel voran gehen wolle.

    Diese Argumentationsweise ist sicherlich populär, aber auch populistisch. Denn Demokratie kostet nun einmal Geld. Das muss klar sein, und dazu sollte man stehen. Auch wenn das gegenüber einer Öffentlichkeit, die jede Form des politischen Engagements („die Politiker“) zunehmend kritisch sieht, nicht immer leicht fällt. Vielleicht müsste an dieser Stelle mehr Aufklärungsarbeit betrieben werden. Denn aus finanzieller Sicht lohnt sich ein kommunales Mandat sicher nicht.

    Kommunalpolitiker sind ehrenamtlich tätig. Sie erhalten kein Gehalt, wohl aber eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Deren Höhe ist nicht beliebig, sondern in einer entsprechenden Landesverordnung (EntschVO) geregelt. Dabei gibt zwei Möglichkeiten der Entschädigung. Variante A sieht einen monatlichen Pauschalbetrag vor. Variante B besteht aus einer monatlichen Grundpauschale zzgl. Sitzungsgelder. Die Stadt Meschede wendet letztere an.

    Aktuell erhält ein einfaches Ratsmitglied demnach monatlich pauschal 169,00 € und einen zusätzlichen Betrag von 17,30 € je Sitzung. Variante A wäre übrigens nicht zwangsläufig günstiger – dann würde die Monatspauschale 256,50 € betragen. Davon sind 144 € monatlich, bzw. 1.728 € jährlich steuerfrei. Hinzu kommen ggf. Erstattungen für Fahrtkosten und Verdienstausfall. Darüber hinaus generieren einige Ratsmitglieder zusätzliche Einnahmen durch Posten in Aufsichtsräten (bspw. Sparkasse).

    Das klingt zunächst einmal ganz lukrativ. Rechnet man die Aufwandsentschädigungen jedoch einmal auf die investierte (Frei)Zeit herunter, sieht es eher mau aus. Hinzu kommt, dass viele Ratsmitglieder einen nicht unerheblichen Teil ihrer Einnahmen an die Parteien abführen.

    Des Geldes wegen lohnt sich ein Ratsmandat jedenfalls sicher nicht. Selbst wenn man seine Zeit im Rat nur „absitzen“ sollte. Was das betrifft, sollte man insbesondere bezüglich der Aufwandsentschädigungen mehr Transparenz gegenüber der Bevölkerung schaffen. Auf der Internetseite der Stadt Meschede findet man jedenfalls nichts Konkretes dazu und dass Kommunalpolitiker ihre Einnahmen durch die Mandatstätigkeit öffentlich (bspw. auf den Webseiten der Ratsfraktionen) aufschlüsseln, ist auch die Ausnahme. In Meschede geschieht dies gar nicht.

    Eine Schrumpfkur für den Stadtrat ist notwendig. Nur sollte man diese nicht mit potenziellen Einsparungen begründen, sondern mit den gegebenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: Die Bereitschaft zu ehrenamtlichen Engagement nimmt ab, die Folgen des demografischen Wandels werden spürbar. Sparen könnte man in diesem Bereich übrigens auch unabhängig von einer Ratsverkleinerung – am Verwaltungsaufwand für die Ratsmitglieder. So werden bspw. die Vorlagen und Einladungen zu den einzelnen Sitzungen nach wie vor auf Papier und per Briefpost verschickt. Dabei unterhält die Kreisstadt ein Bürger- und Ratsinformationssystem, dass dies eigentlich weitestgehend überflüssig macht.

    UPDATE (07.02.2012)
    Die UWG hat mittlerweile einen Antrag auf Absetzung des Tagesordnungspunktes gestellt. Auch die Wählergemeinschaft stellt sich offenbar die Frage, warum das Thema Ratsverkleinerung erneut zur Diskussion steht. Andererseits wird damit aber auch klar, dass die UWG zumindest auf absehbarer Zeit eine Dezimierung des Rates verhindern will.

    UPDATE (10.02.2012)
    Die Mescheder Stadtrat hat seine Verkleinerung unterdessen beschlossen. Aber 2014 hat das Gremium damit sechs Sitze weniger.

  • Inklusive Gesellschaft? Im HSK offenbar kein Thema

    Allerorten diskutiert man über Wege in eine sogenannte „inklusive Gesellschaft“. Dabei geht es nicht um Integration, das Ziel heißt: „Gemeinsamkeit von Anfang an“. Eine Gesellschaft ohne Sonderwelten. Dafür müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die der Tatsache gerecht werden, dass nicht alle Menschen gleich sind. Auch im Hochsauerlandkreis redet man darüber, die entsprechenden Rahmenbedingungen will man aber offenbar nicht (selbst) schaffen.

    So soll beispielsweise die finanzielle Förderung der Mobilen Sozialen Dienste (MSD) im Kreis bis 2015 vollständig eingestellt werden. Der HSK argumentiert hier u.a. damit, dass…

    in mehreren Kommunen im Kreisgebiet Bürgerhilfevereine gegründet wurden, die vergleichbare Zielsetzungen verfolgen wie die MSD. Konkrete Beispiele sind bereits in den Kommunen Hallenberg, Winterberg, Medebach, Marsberg und Brilon zu finden. In der Stadt Arnsberg wurde vor 1,5 Jahren das Projekt „Arnsberger Senioren Service“ initiiert, welches ähnliche Zielsetzungen verfolgt. Sowohl die Bürgerhilfevereine als auch das Projekt der Stadt Arnsberg werden ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement getragen.

    Dabei geht es um Einsparungen in Höhe von immerhin rund 140.000,00 € jährlich. Angesichts der angespannten Haushaltslage mag dies auf der ersten Blick ein gewichtiges Argument zu sein. In Relation zu den deutlich höheren Kosten anderer Subventionen des Kreises wirkt die Summe dagegen schon ganz anders. Vor allem aber erschließt sich bei genauerer Betrachtung die symbolische Wirkung der geplanten Einsparmaßnahmen: Wieso für etwas zahlen, wenn man es (vermeintlich) auch für lau bekommt?

    Dies ist bedenklich. Denn der Kreis sollte bei der Schaffung von Rahmenbedingungen (für eine inklusive Gesellschaft) mit gutem Beispiel vorangehen. Stattdessen verlässt man sich lieber auf ehrenamtliches Engagement, dass zwar ohne Zweifel wichtig ist und den engagierten Bürgern hoch angerechnet werden muss, tatsächlich aber doch gar nicht flächendeckend existiert.

    Gleiches gilt für das Sozialticket. Während benachbarte Kreise wie beispielsweise Olpe oder Siegen-Wittgenstein dem vergünstigten ÖPNV-Fahrschein immerhin probeweise grünes Licht geben, lehnt der HSK die Einführung mit dem Verweis auf unkalkulierbare Kosten ab. Dabei hätte das Ticket ohnehin vorwiegend symbolische Bedeutung gehabt. Denn für viele Bedürftige wäre auch der vergleichsweise günstige Preis immer noch zu hoch gewesen.

  • Charlie und die…

    Schokoladenfa… – ääh, Matthäus und das Abenteuerland. Tja, da haben sich die Sauerländer aber schön verladen lassen. Von einem 28-jährigen Möchtegern-Freizeitpark-Besitzer, der das altehrwürdige „Fort Fun“ zum international bedeutenden Fun-Ressort ausbauen wollte.

    Gut, die vollmundige Ankündigung des Schnaps-Dynastie-Sprösslings, dass man allen Ureinwohnern zwischen Ruhr und Valme kostenlosen Eintritt gewähren wolle, hätte einen stutzig werden lassen können müssen. War aber nicht so. Lediglich die Sorge darüber, wie man nun den „freien Eintritt für alle“ organisieren könne, trieb alle um.

    Das ist insofern erstaunlich, da die Sauerländer gemeinhin als bodenständig, etwas scheu gegenüber Fremden, auf jeden Fall aber durchaus kritisch gegenüber allem Neuen (Bat de Bure nit kennt…) gelten.

    Es ist vielleicht verständlich, dass die Bestwiger ihr Glück nach diesem „Paukenschlag“ noch nicht fassen konnten. Trotzdem aber unangenehm, stehen sie doch jetzt als hinterwäldlerische Volltrottel da. Für die „Offiziellen“ hingegen ist es blamabel, sich auf derart billige Art bescheißen verschaukeln zu lassen. Und dass sogar die lokalen Medien bereitwillig mitspielten, ist ein Armutszeugnis.