Der Wanderweg zwischen Eversberg und Föckinghausen ist Teil der Sauerland-Waldroute, die 2008 eröffnet wurde und auf auf 240 km von Iserlohn bis Marsberg führt.
Blick von Föckinghausen nach Eversberg
Diese Teilstrecke ist rund 5 km (alternativ 6 km) lang und bietet tolle Weitblicke über das Sauerland, Wald- und Feldwege, idyllische Bachläufe und Einkehrmöglichkeiten. Kurzum: Hier gibt’s den perfekten Mix für einen entspannten Wochenendspaziergang.
Malerische Furt im Tal der Gebke
Parken und starten kann man entweder am Wanderparkplatz Buchplette in Eversberg oder am Wanderparkplatz am Hotel Waldhaus Föckinghausen. Wenn man die Strecke nicht retour laufen machen möchte, ist die Route von Föckinghausen nach Eversberg die entspanntere, denn der Anstieg ist sanfter.
Mobile Abschusskanzel am WegesrandFichtenmonokulturen lassen sich im Sauerland nicht ganz umgehen
Ansonsten bietet sich der Weg als Rundweg mit Rastmöglichkeit an. Zum einen können die Wege jeweils in beide Richtungen variiert werden und sind trotzdem nur unwesentlich länger, zum anderen gibt’s sowohl in Föckinghausen als auch in Eversberg Rastmöglichkeiten – sowohl für ein kurzes Erfrischungsgetränk als auch eine deftige Stärkung.
Ob links oder rechts, beide Wege führen nach Föckinghausen
Der Weg ist durchgehend gut ausgeschildert (Wegemarkierung W) und lässt sich dank geschotterter Wege auch bei feuchter Witterung problemlos laufen. Da die Route zwischen Eversberg und Föckinghausen zahlreiche andere (Rund)Wanderwege kreuzt, lässt sich Strecke immer wieder neu variieren – beispielsweise durch das Gebketal entlang des gleichnamigen Baches in Richtung Velmede.
Der Weg von Meschede nach Berge zieht sich durch ein sanft geschwungenes Tal, das von einer Landschaft aus kleineren und größeren Hügeln eingerahmt wird – der sogenannten Caller Schweiz. Mittendrin: die Orte Calle und Wallen. Der Kapellenweg führt einmal rundherum – über Felder, durch Wälder und Dörfer, mit weiten Blicken, entlang pittoresker Bachläufe und – natürlich – einiger Kapellen.
Der gesamte Rundweg ist rund 14 km lang und gut ausgeschildert – man folgt einfach der Wegemarkierung C. Bei Bedarf kann die Strecke (auch noch spontan) zu einem 8 Kilometer langen Rundweg abgekürzt werden, die der hier beschriebenen Route entspricht. Als Start- und Zielort bietet sich Calle an. Parken kann entweder an der Wandertafel in der Ortsmitte oder auch an der Schützenhalle am Ortseingang – der Kapellenrundweg führt direkt auf der gegenüberliegenden Seite ins Feld hinauf.
Schöne Aussicht, unruhige Lage: die Schladekapelle bei Calle
Kurz vor der Kapelle auf der Schlade führt der Weg leider direkt entlang der viel befahrenen L840. Hier sollte man – wenn irgendwie möglich – auf das Feld ausweichen. Die Streckenführung entlang der Landstraße nach Meschede ist suboptimal und alles andere als ungefährlich. Hier wird schnell gefahren und häufig riskant überholt. Nicht verkehrsberuhigt, aber schön: der Weitblick ins Tal über Calle und Wallen.
Blick auf Calle und den Caller DomNepomuk-Kapelle in Mülsborn
Nach dem Queren der Straße geht es dafür umso ruhiger weiter. Teile des Weges führen nun über unbefestigte Feld- und Forstwege und sind bei feuchter Witterung nur bedingt zu empfehlen. Auf der Kuppe steht am Waldrand der Bildstock Langenberg, von dem aus sich ein schöner Blick ins Nachbartal eröffnet. Dorthin geht’s nun immer weiter hinab, bis man im Tal das kleine Örtchen Mülsborn mit malerischen Fachwerkhäusern und der rustikalen Nepomuk-Kapelle erreicht.
Grün bemooste Hunstein-Felsen
Ab hier folgt der Weg zunächst dem malerischen Verlauf des Schürenbachs, steigt dann sanft an und umrundet die grün bemoosten Felsen des Hunsteins. Wer mag, kann den bei trockener Witterung erklimmen – aber auch schon vom befestigten Weg aus eröffnet sich ein toller Blick über Calle und St. Severin, dem sogenannten Caller Dom. Durch den Wald schlängelt sich der Weg anschließend langsam ins Kelbketal bis zur gleichnamigen Kapelle hinab.
Dort folgt man entweder Teil 2 des Kapellenrundwegs in Richtung Voßwinkel und Wallen oder man kürzt ab und folgt der Kelbke, bis man nach rund 1 km wieder die Ortsmitte von Calle erreicht.
Neues in Sachen Meschede-Center. Nein, nein – kein Baustart. Es wurde auch nicht zum x-ten Mal ein neuer Eröffnungstermin in Aussicht gestellt. Wen wundert’s? Neu ist aber die Tonlage der heimischen Lokalzeitung zum anhaltenden Baustillstand am Meschede-Center. Apropos, kann man eigentlich von Stillstand sprechen, wenn mit noch gar nichts begonnen wurde?
Wie dem auch sei. In den letzten Wochen mehren sich die kritischen Berichte in der Westfalenpost. Zum Center, zum Investor und sogar zum Verhalten des Bürgermeisters (Zitat: „Im Rückblick peinliche Szene“). Selbst derjenige Immobilien-Makler kommt zu Wort, der noch zum Jahreswechsel als „kleines Störfeuer“ abgetan wurde. Es folgt eine lose Auflistung – vorzugsweise nicht realisierter – Bövingloh-Projekte in der näheren Umgebung. Das ist alles nicht neu, nicht unbekannt und darüber hinaus nicht wirklich bedeutsam für das erhoffte Center in Meschede. Trotzdem.
Und jetzt berichtet die WP auch noch über die Doppelrolle und einen möglichen Interessenkonflikt der Hammer Großkanzlei, die sowohl die Stadtverwaltung als auch den potenziellen Center-Investor berät… Man liest und staunt.
Es gibt Menschen in Meschede, die vermuteten bereits im vergangenen Jahr einen engen Zusammenhang zwischen Meschede-Center, Bürgermeisterwahl und Kandidaten. Aus heutiger Sicht muss man wohl zumindest sagen: Who knows?
Die Wisente sind zurück im Rothaargebirge. Seit etwa zwei Jahren sogar in freier Natur, theoretisch nur im Wittgensteiner Land. Tatsächlich erdreisten sich die Rindviecher allerdings, die Grenzen des benachbarten Hochsauerlandes immer mal wieder mit Hufen zu treten. Im Schmallenberger Sauerland sorgen sie dann mit ihrem regen Appetit auf Baumrinde regelmäßig für Ärger. Aber damit können sich andere rumschlagen.
Ich habe die ablehnende Haltung der Sauerländer von Anfang an nicht wirklich nachvollziehen können. Ganz im Gegenteil – seit Monaten gibt es da diesen Vorsatz, den urigen Kolossen einen Besuch abzustatten. Und nun auch noch einen neuen Wisentpfad zwischen Jagdhaus und Wingeshausen…
Fernblick vom Kamm des Rothaarsteigs
Vorweg: Wir haben auf dem rund 13 km langem Rundweg leider keinen Wisent gesehen. Trotzdem gibt’s für diese sogenannte Rothaarspur eine Empfehlung. Gestartet sind wir in Wingeshausen. Von da geht’s eigentlich bis ins Schmallenberger Örtchen Jagdhaus immer bergauf, fast immer über seichte Steigungen. Vor allem zwischen Wingeshausen und der Wisent-Hütte bewegt man sich dabei meistens auf einem idyllischen Waldpfad, der zunächst durch dichte Fichten- und später durch freundlichere Laubwälder führt. Kurz vor Erreichen der Wisent-Hütte lichtet sich das Areal. Dort kann man einen Abstecher in die Wisent-Wildnis machen. Das kostet zwar Eintritt, dafür steigen die Chancen einen Wisent live zu sehen aber (vermutlich) deutlich. Denn in diesem eingezäunten Areal vergnügt sich die zweite Wisent-Herde. Wir waren nicht drin, werden das aber ganz sicher noch nachholen.
Wegmarkierungen für Wisentpfad und Rothaarspur
Stattdessen gab’s für uns Kaltgetränke und Snacks vor der Wisent-Hütte. Kleine „Warnung“ vorweg: Statt Latte-mit-sonstwas-Kaffee-Getränken gibt’s hier nur „stinknormalen“ Filterkaffee, statt Sahnetorten nur „schnöden“ Blechkuchen. Denn die Wisent-Hütte versorgt sich autark mit Strom und Wasser. Diese widrigen Umstände sorgten bei einem Rentner-Quartett (Anfahrt mit dem Auto) neben uns für lautstarke Verstimmungen…
Hinter der Wisent-Hütte geht’s bis zum Rothaarkamm weiter bergauf. Dort wird man mit einigen tollen Panoramablicken über die bewaldeten Hügel entlohnt. Die Strecke verläuft nun bis Jagdhaus fast eben und über die Hauptroute des Rothaarsteigs. Der Wisentpfad streift den Ort zwar nur, aber wer mag, kann hier natürlich (nochmals) Halt machen. Nach Jagdhaus geht’s dann lange bergab, statt Wald gibt’s weite Blicke über Wiesen. Der relativ steile Weg ist grob geschottert und deshalb leider nicht ganz so angenehm zu laufen, wie die Waldwege zuvor. Erst im Ihrigetal geht’s wieder auf Waldwegen weiter, die hier aber teilweise sehr schlammig und dadurch weniger gut begehbar waren. Nach einem erneuten Anstieg erreicht man dann kurz vor Wingeshausen das Bockeshorntal, das mit seinem mäandernden Bachbett eine idyllische Kulisse bietet.
Bachlauf im Bockeshorntal
Kurzes Fazit: Mit diversen kleinen Foto-Stopps und einer Pause an der Wisent-Hütte waren wir etwa 5 Stunden unterwegs. Der Wisentpfad ist durchgehend sehr gut beschildert – man folgt stets dem Wisent. Der Weg ist abwechslungsreich, mit Wald, Wiesen und einigen Weitblicken. Für manchen Streckenabschnitt ist unbedingt festes Schuhwerk empfehlenswert. Bänke für kurze Pausen oder zum Rasten sind eher rar. Letzteres kann man entweder in der Wisent-Hütte oder in einem der diversen Restaurants und Cafés in Jagdhaus und Wingeshausen. Als Startpunkt würden wir wieder Wingeshausen wählen, aber auch an der Wisent-Wildnis gibt’s einen großzügigen Parkplatz. In Jagdhaus gab’s dagegen – zumindest bei unserer Durchfahrt – keinerlei Parkmöglichkeiten mehr.
Zwischen der Niedersfelder Hochheide und dem Ettelsberg konnte man sie heute noch finden, die letzten Reste des Winters. Im Schatten der Fichten liegt tatsächlich noch Schnee. Naja, Schneematsch. Vor wenigen Tagen gab es in den Höhenlagen des Sauerlands noch einmal einen kurzen Wintereinbruch, nun fühlt es sich aber auch hier oben mehr und mehr nach Frühling an.
Im Januar titelte die Heimatzeitung „Baubeginn am Meschede-Center“. Pflastersteine wurden entfernt und rund um das Gebäude Bauzäune aufgestellt. Für das Zeitungsfoto packte Bürgermeister Hess mit an. Manch einer traute seinen Augen nicht, als am Winziger Platz ein kleiner Bagger anrückte und die Westfalenpost die zukünftigen Mieter auflistete. Tatsächlich schien die vermeintlich unendliche Geschichte des leerstehenden Kaufhauskomplexes ein Ende zu finden.
Vergangenes Wochenende war ich in der alten Heimat. Klar, dass ich mich selbst von den Baufortschritten überzeugen wollte. Viel zu sehen war allerdings nicht – außer dem mittlerweile gewohnten Anblick einer Fassade, die nicht nur in die Jahre gekommen ist, sondern allmählich auch stückchenweise dem Gesetz der Schwerkraft folgt. Kurzum: Ein Leerstand, der zum neuen aufgehübschten Teil der Innenstadt kontrastiert und sich zunehmend in einen Schandfleck verwandelt.
Davon gibt es in der Kreisstadt bereits einige, beispielsweise: Das alte Arbeitsamt an der Steinstraße, das Stiftscenter und in Zukunft möglicherweise auch – das ist zumindest zu befürchten – der Bahnhof. Doch um keine Dauer-Nichtbaustelle in Meschede ranken sich so viele Gerüchte und Behauptungen, als um die am Winziger Platz. Unter deren Dach im Übrigen die Mescheder Stadthalle residiert, die so ebenfalls vom zusehenden Verfall „profitiert“.
Das Fensterglas fehlt, dafür gibt’s ein Loch im Boden. Der Verfall des ehemaligen Hertie-Kaufhauses schreitet voran.
Dort wo einst Karstadt, dann Karstadt Kompakt (ab 2005) und später Hertie (ab 2007) für ein wenig Großstadt-Ambiente inmitten der Sauerländer Provinz sorgte. Ein Kaufhaus in der Kleinstadt – das war schon im September 1980, als Karstadt seine Filiale in Meschede eröffnete, eine echte Rarität. Und natürlich auch eine Attraktion für auswärtige Kunden. Die Mescheder selbst spotteten zwar gerne über ihr „winziges“ Kaufhaus, dennoch scheint zumindest mittlerweile unumstritten, dass dieses eher eine Bereicherung als ein Defizit der Innenstadt gewesen ist – und sicherlich auch immer noch wäre.
Dies sollte man aus zwei Gründen betonen. Zum einen muss man wissen, dass der Bau des Warenhaus-Stadthalle-Komplexes in den späten 1970er Jahren keine ungeteilte Freude in der Kreisstadt hervorrief. Es gab sogar lautstarke Kritik, die aus heutiger Sicht zunächst überraschen mag. Die Befürchtung damals: Durch die neue Konkurrenz drohe zahlreichen Einzelhändlern die Pleite und so eine Verödung der Innenstadt. Interessanterweise kann man heute eine ganz ähnliche Diskussion mit deckungsgleichen Argumentationssträngen verfolgen – bei den wenigen Gegnern des Projekts Meschede-Center. Immer mehr glauben jedoch immer weniger an das „Wunder von Meschede“, also eine Reaktivierung des Gebäudes.
Die Scheibe bräuchte mal Wasser, aber die Farbe des Werbeplakats hält – und das seit 2009: Hertie gibt sein Bestes.
An einem Samstag, dem 15. August 2009, schließt Hertie für immer. Damit endet die 29-jährige Kaufhausgeschichte in Meschede. Nach dem Totalausverkauf vor fast sechs Jahren hat sich allerdings bis heute praktisch nichts Erkennbares an dem Objekt getan. Die Verhandlungen zwischen Eigentümern und Investor sind von Beginn an kompliziert – das eigentliche Hertie-Warenhaus gehört der insolventen britischen Investmentfirma Dawyn Day, Stadthalle und Tiefgarage dagegen der Stadt Meschede. Die verkündet schließlich Anfang 2013, dass die Immobiliengruppe Bövingloh das Eigentum an den leerstehenden Flächen übernommen habe.
Seitdem sind wieder zwei Jahre vergangen und angekündigte Termine für den Baubeginn tatenlos verstrichen. Es werden angestrebte Eröffnungstermine für das Meschede-Center vermeldet, hin und wieder gibt es Berichte über konkrete Mieter. Es kursieren Gerüchte und sogar halbherzige Bestätigungen zu bereits unterschriebenen Mietverträgen. Doch die Bautätigkeiten bleiben aus – vollständig. Nur in der Tiefgarage tut sich unterdessen etwas, sie wird geschlossen. Auf die stockenden Verhandlungen und ausbleibenden Bautätigkeiten angesprochen, winken mittlerweile selbst überzeugte Stammwähler der Mehrheitspartei entnervt ab. Hinter vorgehaltener Hand wollen nun Viele nie an eine Realisierung des Centers geglaubt haben.
Der Weg in die Stadthalle führt derzeit durch ein Labyrinth von Bauzäunen auf dem Winziger Platz. Das abgebildete Wetter liefert übrigens keinen authentischen Eindruck der Szenerie.
Nun gibt es – den Bauzäunen sei Dank! – zum ersten Mal eine sichtbare Veränderung am Winziger Platz. Aber mit der Zeit sinken offenbar die Erwartungen: Die Reaktionen auf den nahenden Baubeginn fallen verhalten optimistisch bis ungläubig aus. Und mit der Zeit sinken offenbar auch die Ansprüche: In der Zeitung steht, dass man sich bei der Auswahl der Mieter besonders darum bemüht habe, die Wünsche der Bevölkerung zu berücksichtigen. Dass man den Meschederinnen und Meschedern deshalb einen Haushaltswaren-Discounter kurzerhand als heiß ersehnten Fachmarkt unterjubeln möchte, finde ich dann aber doch zum Schmunzeln.
Dieser kleiner Seitenhieb muss erlaubt sein – auch wenn ich das Projekt keinesfalls schlechtreden möchte, denn Meschede braucht das Center. Schließlich hat kaum etwas eine schlimmere Außenwirkung als ein menschenleerer Platz mit einem ebenso leerem Betonklotz – und das in bester Innenstadtlage.
Hier an der Fritz-Honsel-Straße sollten eigentlich längst eine Brücke und der neue Eingang zu sehen sein.
Dennoch verbreitet sich stellenweise – und irgendwie wenig überraschend – ein neues Gerücht in der Stadt: Die Männer in orangefarbener Weste seien in Wahrheit nur Statisten, die Bauzäune nur ein Fake. Wahlweise bezahlt von der Stadtverwaltung, dem Bürgermeister oder einfach „denen da oben“ – um das gemeine Volk vorläufig zu beruhigen.
Tatsächlich ziehen bereits kurze Zeit nach der frohen Verkündigung des Baubeginns erneut dunkle Wolken über dem Winziger Platz auf. Laut einem Bericht des Sauerlandkuriers droht das gesamte Projekt überraschend zu platzen. Das unmittelbare Dementi des Bürgermeisters wirkt nicht so richtig überzeugend. Tatsächlich nur ein „Störfeuer“? Wer in welcher Weise und bewusst oder unbewusst Fehlinformationen liefert, scheint längst nicht (mehr) wirklich durchschaubar.
Seitdem herrscht jedenfalls wieder Funkstille in Sachen Meschede-Center. Neues hört und sieht man nicht vom angeblichen Baubeginn am Winziger Platz. Den Leerstand rahmen jetzt noch Bauzäune ein, geändert hat sich ansonsten nichts. Den Stillstand kann man übrigens per Webcam mitverfolgen. Und irgendwann – hoffentlich demnächst – auch den Baubeginn.
Meschede feiert am 21. September den „Tag der Nachbarschaften“. Hört sich gut an – denn hilfsbereite Nachbarn sind schließlich unbezahlbar! Initiiert wird die Aktion durch die „Mescheder Stadtgespräche“ hinter denen sich – meines Wissens – das „Lokale Bündnis für Familie“ verbirgt, welches wiederum durch den Fachbereich Generationen, Bildung und Freizeit der Stadt Meschede koordiniert wird.
Dennoch hätte ich von diesem Termin vermutlich keine große Notiz genommen, möglicherweise wäre die Veranstaltung meinerseits sogar völlig unbemerkt geblieben. Wenn da nicht dieses Foto gewesen wäre, welches bereits bei flüchtiger Betrachtung meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Der Anblick des darauf abgebildeten Flyers, der den „Tag der Nachbarschaften“ bewirbt, welcher derzeit offenbar stadtweit verteilt wird, machte mich stutzig. Denn die darauf abgebildete Silhouette der Mescheder Stadtkirche „St. Walburga“ kam mir direkt verdächtig vertraut vor.
Frappierende Ähnlichkeit im direkten Vergleich: Die Webseite der Mescheder Sozialdemokraten (oben) und der Flyer zum „Tag der Nachbarschaften“ in Meschede (unten).
Ein Blick auf den von mir vor Jahren gestalteten Webseiten-Kopfbereich der Mescheder Sozialdemokraten lieferte mir die Gewissheit, derer es meinerseits eigentlich schon nicht mehr gebraucht hatte. Die Ähnlichkeit der beiden Silhouetten ist frappierend!
Nun habe ich natürlich nicht das alleinige Recht zur Darstellung von St. Walburga gepachtet – auch nicht als Silhouette. Aber die Art und Weise der Darstellung ist schon sehr speziell. So speziell, dass ich mich noch heute sehr genau an die verschiedenen Entwürfe erinnere, die ich damals erstellt habe. Tatsächlich handelt es sich bei dieser – finalen – Variante um eine nicht sehr realistische, da leicht verschobene, Perspektive der Kirche; dennoch lässt sich Letztere imho sehr gut erkennen.
Angesichts dessen scheint es eher Gewissheit, als bloßer Verdacht zu sein: Hier hat sich der/die verantwortliche Gestalter/in des Flyers offensichtlich der schnellen Copy&Paste-Variante und der praktischen Nachzeichnerfunktion eines professionellen Vektorprogramms bedient. Denn die Silhouette auf dem Flyer entspricht bis ins kleinster Detail meiner „Original“version. Meschede „inspiriert“ sich. Gute Nachbarn sind unbezahlbar – faire übrigens auch.
Wenn dem gemeinen Sauerländer etwas heilig ist, dann ist es sein Schützenfest. Ein Fest mit viel Pils, Blaskapelle, Uniformen, Hofstaat und natürlich einem König. Letzterer wird traditionell über den – mehr oder weniger – gezielten Abschuss eines hölzernen Vogels ermittelt. Nun handelt es sich dabei nicht um ein einfaches Stück Holz, welches irgendwie an ein Vogelvieh erinnern würde. Nein, der Schützenaar ist der Stolz eines jeden Vereins, ein prachtvoll geschnitztes und bemaltes Werk Sauerländer Handwerkskunst von stattlicher Größe. Und genau da drohte ein Problem: Eine neue Richtlinie des Bundesinnenministeriums sah vor, dass die Schützenvögel in Zukunft schrumpfen sollten – auf einen maximalen Baumumfang von 80 Milimenter. Unerhört! Lächerlich!
Der Aufschrei unter den Sauerländer Schützenvereinen war – verständlicherweise – entsprechend laut. Prompt richtete die Junge Union gemeinsam mit CDU-Frontmann Sensburg eine Protestseite auf Facebook ein, der sich in kürzester Zeit hunderte von empörten Sauerländern anschlossen. Man sammelte eifrig Fotos der schönsten Schützenvögel, in trauriger Erwartung darauf, dass man sich zukünftig mit einer lächerlichen Miniaturausgabe an der Vogelstange begnügen müsse. Parallel dazu hieften die Hofberichterstattungsorgane der Konservativen das Thema nahezu tagtäglich auf die lokalen Titelseiten. Das „Happy End“ kündigte sich schließlich durch ein illustres Gruppenfoto mit südwestfälischen CDU-Granden, Mutti und einem stolzen Holzvogel an: Der Sauerländer Schützenaar erhält Bestandsschutz! Basta!
Nun hatten die Autoren beim Verfassen der sogenannten Schießstandrichtlinie mit Sicherheit nicht die Sauerländer Schützenfeste im Blick. Bezogen auf die Volksfeste im Land der tausende Berge wäre die Regelung unzweifelhaft auch ziemlich überflüssiger Blödsinn gewesen – keine Frage. Dennoch ist es doch erstaunlich, wie perfekt die mediale Skandalisierung des Themas gelang. So perfekt, dass der Eindruck entstehen könnte, die ganze Sache sei lediglich eine inszenierte Kampagne für die anstehende Bundestagswahl gewesen. Wenn dem so sein sollte, muss man der CDU neidlos gratulieren: Operation Schützenadler geglückt! Soviel Engagement und Aufmerksamkeit würde man sich zweifellos auch einmal für Sauerländer Themen wünschen, die mindestens genauso wichtig sind – wie wär’s mal mit einer Operation Fracking, Schule oder ÖPNV…?
…hallo Flachland! Die Küche ist einsatzbereit, Bett und Kleiderschrank sind aufgebaut und das (mobile) Internet geht auch schon. Nach einigen anstrengenden Umzugstagen heißt meine neue Heimat Münster. Wobei: So reibungslos wie dieser, lief bislang noch kaum ein Umzug. Die ortsinternen Wohnungswechsel eingerechnet, ist es ja auch schon mein 10. (!) – so langsam scheint also Routine in die Sache zu kommen…
Umzüge nerven trotzdem. Und wenn es nur die (meist) unvermeidliche Wohnungssuche im Vorfeld ist. Zumindest in den Städten sieht man sich dabei mit folgenden Problemen konfrontiert: Erstens, es gibt wenig Wohnraum, aber viele Leute die solchen suchen. Zweitens, die freien Wohnungen werden immer teuer – die Nebenkosten selbstverständlich sowieso. Drittens, ohne Makler läuft fast nichts mehr auf dem Wohnungsmarkt.
Meine „Highlights“ und Erfahrungen aus diversen Zwischenstationen und Wohnungsbesichtigungen, u.a. in Frankfurt am Main, Siegen und Münster:
– „Tages“licht kann durchaus auch durch vergitterte Kellerschächte einfallen
– Kellerraum + Estrich + Teppichreste ergeben ein „Wohnzimmer“
– ein „Frankfurter Bad“ war zu Beginn des 20. Jahrhunderts purer Luxus
– Plastikwanne + Gartenschlauch aus dem Baumarkt ergeben eine „Dusche“
– eine funktionierende Spülmaschine ist in Wohngemeinschaften ein „Must-have“
– der Besitz von Kindern, Haustieren und Musikinstrumenten ist ein Ausschlusskriterium
– Wohngemeinschaften mit mehr als einer weiblichen Person bedeuten zu 99% Stress
– manche Wohnungen werden ausschließlich an katholische Junggesellen vergeben
– Makler schließen zwar Haustüren auf, suchen einem aber keine Wohnung
– auch die letzte Baracke lässt sich immer noch als „Wohnung“ vermieten
Zum Thema „Makler“ könnte ich übrigens eine eigene Rubrik eröffnen. Passenderweise gab es jüngst im NDR-Magazin „Panorama“ einen Bericht zum Thema, der sich mit meinen eigenen Erfahrungen deckt…
Aber nun, wat soll’s. Jetzt erst einmal in Münster ankommen!
Seit Tagen bewegen sich die Spritpreise einmal mehr in atemberaubenden Preisregionen. Wenn’s nicht unbedingt sein muss, lässt man das Auto also halt lieber mal stehen. Dumm nur, wenn man gerade in Münster auf Wohnungssuche ist. Ohne Auto, hat man da keine Chance. Und so kommt es, dass man sich bereits über “Schnäppchen-Preise” von 1,699 für den Liter Super (E5) freut.
Nachdem ich in diesem Jahr schon mehrfach traurige Rekordsummen für die Befüllung eines französischen Kleinwagens an der Tanke hinterlegen konnte, wurde ich ich gestern Abend auf dem Rückweg ins Sauerland von einem neuen Preisschock eiskalt überrascht:
1,799 Super (E5)
1,775 Super (E10)
1,609 Diesel
Gesehen (und bezahlt) an der BAB 46, Rastplatz Am Haarstrang, Fahrtrichtung Kassel. Und nun komme mir keiner damit, dass das Tanken entlang der Autobahnen doch eh teurer sei. Ist es nicht. Zumindest nicht unbedingt.
Denn im HSK sind die Spritpreise stets auf besonders hohem Niveau, insbesondere in der Kreisstadt. Für Mescheder (Pendler) lohnt sich daher in der Regel ein Tankstopp außerhalb des Stadtgebietes. So zahlt man im Warsteiner Raum nicht selten zwischen 5 und 10 Cent weniger; ähnliches gilt für die Tankstellen in Bestwig und Nuttlar.