Schlagwort: Meschede
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Kritische Töne…
Neues in Sachen Meschede-Center. Nein, nein – kein Baustart. Es wurde auch nicht zum x-ten Mal ein neuer Eröffnungstermin in Aussicht gestellt. Wen wundert’s? Neu ist aber die Tonlage der heimischen Lokalzeitung zum anhaltenden Baustillstand am Meschede-Center. Apropos, kann man eigentlich von Stillstand sprechen, wenn mit noch gar nichts begonnen wurde?
Wie dem auch sei. In den letzten Wochen mehren sich die kritischen Berichte in der Westfalenpost. Zum Center, zum Investor und sogar zum Verhalten des Bürgermeisters (Zitat: „Im Rückblick peinliche Szene“). Selbst derjenige Immobilien-Makler kommt zu Wort, der noch zum Jahreswechsel als „kleines Störfeuer“ abgetan wurde. Es folgt eine lose Auflistung – vorzugsweise nicht realisierter – Bövingloh-Projekte in der näheren Umgebung. Das ist alles nicht neu, nicht unbekannt und darüber hinaus nicht wirklich bedeutsam für das erhoffte Center in Meschede. Trotzdem.
Und jetzt berichtet die WP auch noch über die Doppelrolle und einen möglichen Interessenkonflikt der Hammer Großkanzlei, die sowohl die Stadtverwaltung als auch den potenziellen Center-Investor berät… Man liest und staunt.
Es gibt Menschen in Meschede, die vermuteten bereits im vergangenen Jahr einen engen Zusammenhang zwischen Meschede-Center, Bürgermeisterwahl und Kandidaten. Aus heutiger Sicht muss man wohl zumindest sagen: Who knows?
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Meschede-Center. Eine unendliche Geschichte?
Im Januar titelte die Heimatzeitung „Baubeginn am Meschede-Center“. Pflastersteine wurden entfernt und rund um das Gebäude Bauzäune aufgestellt. Für das Zeitungsfoto packte Bürgermeister Hess mit an. Manch einer traute seinen Augen nicht, als am Winziger Platz ein kleiner Bagger anrückte und die Westfalenpost die zukünftigen Mieter auflistete. Tatsächlich schien die vermeintlich unendliche Geschichte des leerstehenden Kaufhauskomplexes ein Ende zu finden.

Vergangenes Wochenende war ich in der alten Heimat. Klar, dass ich mich selbst von den Baufortschritten überzeugen wollte. Viel zu sehen war allerdings nicht – außer dem mittlerweile gewohnten Anblick einer Fassade, die nicht nur in die Jahre gekommen ist, sondern allmählich auch stückchenweise dem Gesetz der Schwerkraft folgt. Kurzum: Ein Leerstand, der zum neuen aufgehübschten Teil der Innenstadt kontrastiert und sich zunehmend in einen Schandfleck verwandelt.
Davon gibt es in der Kreisstadt bereits einige, beispielsweise: Das alte Arbeitsamt an der Steinstraße, das Stiftscenter und in Zukunft möglicherweise auch – das ist zumindest zu befürchten – der Bahnhof. Doch um keine Dauer-Nichtbaustelle in Meschede ranken sich so viele Gerüchte und Behauptungen, als um die am Winziger Platz. Unter deren Dach im Übrigen die Mescheder Stadthalle residiert, die so ebenfalls vom zusehenden Verfall „profitiert“.

Das Fensterglas fehlt, dafür gibt’s ein Loch im Boden. Der Verfall des ehemaligen Hertie-Kaufhauses schreitet voran. Dort wo einst Karstadt, dann Karstadt Kompakt (ab 2005) und später Hertie (ab 2007) für ein wenig Großstadt-Ambiente inmitten der Sauerländer Provinz sorgte. Ein Kaufhaus in der Kleinstadt – das war schon im September 1980, als Karstadt seine Filiale in Meschede eröffnete, eine echte Rarität. Und natürlich auch eine Attraktion für auswärtige Kunden. Die Mescheder selbst spotteten zwar gerne über ihr „winziges“ Kaufhaus, dennoch scheint zumindest mittlerweile unumstritten, dass dieses eher eine Bereicherung als ein Defizit der Innenstadt gewesen ist – und sicherlich auch immer noch wäre.
Dies sollte man aus zwei Gründen betonen. Zum einen muss man wissen, dass der Bau des Warenhaus-Stadthalle-Komplexes in den späten 1970er Jahren keine ungeteilte Freude in der Kreisstadt hervorrief. Es gab sogar lautstarke Kritik, die aus heutiger Sicht zunächst überraschen mag. Die Befürchtung damals: Durch die neue Konkurrenz drohe zahlreichen Einzelhändlern die Pleite und so eine Verödung der Innenstadt. Interessanterweise kann man heute eine ganz ähnliche Diskussion mit deckungsgleichen Argumentationssträngen verfolgen – bei den wenigen Gegnern des Projekts Meschede-Center. Immer mehr glauben jedoch immer weniger an das „Wunder von Meschede“, also eine Reaktivierung des Gebäudes.

Die Scheibe bräuchte mal Wasser, aber die Farbe des Werbeplakats hält – und das seit 2009: Hertie gibt sein Bestes. An einem Samstag, dem 15. August 2009, schließt Hertie für immer. Damit endet die 29-jährige Kaufhausgeschichte in Meschede. Nach dem Totalausverkauf vor fast sechs Jahren hat sich allerdings bis heute praktisch nichts Erkennbares an dem Objekt getan. Die Verhandlungen zwischen Eigentümern und Investor sind von Beginn an kompliziert – das eigentliche Hertie-Warenhaus gehört der insolventen britischen Investmentfirma Dawyn Day, Stadthalle und Tiefgarage dagegen der Stadt Meschede. Die verkündet schließlich Anfang 2013, dass die Immobiliengruppe Bövingloh das Eigentum an den leerstehenden Flächen übernommen habe.
Seitdem sind wieder zwei Jahre vergangen und angekündigte Termine für den Baubeginn tatenlos verstrichen. Es werden angestrebte Eröffnungstermine für das Meschede-Center vermeldet, hin und wieder gibt es Berichte über konkrete Mieter. Es kursieren Gerüchte und sogar halbherzige Bestätigungen zu bereits unterschriebenen Mietverträgen. Doch die Bautätigkeiten bleiben aus – vollständig. Nur in der Tiefgarage tut sich unterdessen etwas, sie wird geschlossen. Auf die stockenden Verhandlungen und ausbleibenden Bautätigkeiten angesprochen, winken mittlerweile selbst überzeugte Stammwähler der Mehrheitspartei entnervt ab. Hinter vorgehaltener Hand wollen nun Viele nie an eine Realisierung des Centers geglaubt haben.

Der Weg in die Stadthalle führt derzeit durch ein Labyrinth von Bauzäunen auf dem Winziger Platz. Das abgebildete Wetter liefert übrigens keinen authentischen Eindruck der Szenerie. Nun gibt es – den Bauzäunen sei Dank! – zum ersten Mal eine sichtbare Veränderung am Winziger Platz. Aber mit der Zeit sinken offenbar die Erwartungen: Die Reaktionen auf den nahenden Baubeginn fallen verhalten optimistisch bis ungläubig aus. Und mit der Zeit sinken offenbar auch die Ansprüche: In der Zeitung steht, dass man sich bei der Auswahl der Mieter besonders darum bemüht habe, die Wünsche der Bevölkerung zu berücksichtigen. Dass man den Meschederinnen und Meschedern deshalb einen Haushaltswaren-Discounter kurzerhand als heiß ersehnten Fachmarkt unterjubeln möchte, finde ich dann aber doch zum Schmunzeln.
Dieser kleiner Seitenhieb muss erlaubt sein – auch wenn ich das Projekt keinesfalls schlechtreden möchte, denn Meschede braucht das Center. Schließlich hat kaum etwas eine schlimmere Außenwirkung als ein menschenleerer Platz mit einem ebenso leerem Betonklotz – und das in bester Innenstadtlage.

Hier an der Fritz-Honsel-Straße sollten eigentlich längst eine Brücke und der neue Eingang zu sehen sein. Dennoch verbreitet sich stellenweise – und irgendwie wenig überraschend – ein neues Gerücht in der Stadt: Die Männer in orangefarbener Weste seien in Wahrheit nur Statisten, die Bauzäune nur ein Fake. Wahlweise bezahlt von der Stadtverwaltung, dem Bürgermeister oder einfach „denen da oben“ – um das gemeine Volk vorläufig zu beruhigen.
Tatsächlich ziehen bereits kurze Zeit nach der frohen Verkündigung des Baubeginns erneut dunkle Wolken über dem Winziger Platz auf. Laut einem Bericht des Sauerlandkuriers droht das gesamte Projekt überraschend zu platzen. Das unmittelbare Dementi des Bürgermeisters wirkt nicht so richtig überzeugend. Tatsächlich nur ein „Störfeuer“? Wer in welcher Weise und bewusst oder unbewusst Fehlinformationen liefert, scheint längst nicht (mehr) wirklich durchschaubar.
Seitdem herrscht jedenfalls wieder Funkstille in Sachen Meschede-Center. Neues hört und sieht man nicht vom angeblichen Baubeginn am Winziger Platz. Den Leerstand rahmen jetzt noch Bauzäune ein, geändert hat sich ansonsten nichts. Den Stillstand kann man übrigens per Webcam mitverfolgen. Und irgendwann – hoffentlich demnächst – auch den Baubeginn.
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Meschede „inspiriert“ sich
Meschede feiert am 21. September den „Tag der Nachbarschaften“. Hört sich gut an – denn hilfsbereite Nachbarn sind schließlich unbezahlbar! Initiiert wird die Aktion durch die „Mescheder Stadtgespräche“ hinter denen sich – meines Wissens – das „Lokale Bündnis für Familie“ verbirgt, welches wiederum durch den Fachbereich Generationen, Bildung und Freizeit der Stadt Meschede koordiniert wird.
Dennoch hätte ich von diesem Termin vermutlich keine große Notiz genommen, möglicherweise wäre die Veranstaltung meinerseits sogar völlig unbemerkt geblieben. Wenn da nicht dieses Foto gewesen wäre, welches bereits bei flüchtiger Betrachtung meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Der Anblick des darauf abgebildeten Flyers, der den „Tag der Nachbarschaften“ bewirbt, welcher derzeit offenbar stadtweit verteilt wird, machte mich stutzig. Denn die darauf abgebildete Silhouette der Mescheder Stadtkirche „St. Walburga“ kam mir direkt verdächtig vertraut vor.

Frappierende Ähnlichkeit im direkten Vergleich: Die Webseite der Mescheder Sozialdemokraten (oben) und der Flyer zum „Tag der Nachbarschaften“ in Meschede (unten). Ein Blick auf den von mir vor Jahren gestalteten Webseiten-Kopfbereich der Mescheder Sozialdemokraten lieferte mir die Gewissheit, derer es meinerseits eigentlich schon nicht mehr gebraucht hatte. Die Ähnlichkeit der beiden Silhouetten ist frappierend!
Nun habe ich natürlich nicht das alleinige Recht zur Darstellung von St. Walburga gepachtet – auch nicht als Silhouette. Aber die Art und Weise der Darstellung ist schon sehr speziell. So speziell, dass ich mich noch heute sehr genau an die verschiedenen Entwürfe erinnere, die ich damals erstellt habe. Tatsächlich handelt es sich bei dieser – finalen – Variante um eine nicht sehr realistische, da leicht verschobene, Perspektive der Kirche; dennoch lässt sich Letztere imho sehr gut erkennen.
Angesichts dessen scheint es eher Gewissheit, als bloßer Verdacht zu sein: Hier hat sich der/die verantwortliche Gestalter/in des Flyers offensichtlich der schnellen Copy&Paste-Variante und der praktischen Nachzeichnerfunktion eines professionellen Vektorprogramms bedient. Denn die Silhouette auf dem Flyer entspricht bis ins kleinster Detail meiner „Original“version. Meschede „inspiriert“ sich. Gute Nachbarn sind unbezahlbar – faire übrigens auch.
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Bahnhof Meschede: Nase zu und durch
Der Heimatzeitung kann man jüngst entnehmen, dass der Mescheder Bahnhof unter den Lokführern als der gefährlichste entlang der Oberen Ruhrtalbahn gelte. Der Fachmann macht dafür einerseits die dürftige bis nicht vorhandene Absperrung des Bahnhofsareals und andererseits das mangelnde Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung verantwortlich:
Viele vermeiden die Unterführung dort und laufen direkt von Bahnsteig 1 über die Gleise hinweg zum Bahnsteig 2. Es ist lebensgefährlich. (…) Er unterscheidet: „Junge Leute sind sich der Gefahr nicht bewusst, die sie hier eingehen. Bei den Älteren ist es immer Bequemlichkeit. Gemeinsam ist ihnen: Sie haben kein Unrechtsbewusstsein.“
Mag sein. Aber vielleicht haben sie auch einfach keine Lust drauf, weil sie der Ekel überkommt. Denn so sieht die Unterführung bei guter (!) Witterung aus.

Der Mescheder Untergrund. Wenn man seine Körperöffnungen beim Durchschreiten dieses Blickfangs mitten in der Kreisstadt weitestgehend geschlossen hält, kommt man ganz gut durch. Dass sich dazu offenbar nicht alle im Stande sehen, zeigt das Foto nicht. Aber man riecht’s. Von daher: Nase zu und durch!
Die schicken digitalen Anzeigetafeln der Bahn, die einen dann oberirdisch erwarten, sind ja ganz nett. Im Zeitalter der Smartphones kann man darauf aber auch irgendwie verzichten. Investitionen in die Unterführung und der Bau eines Aufzuges – das wäre mal was!
Denn für viele potenzielle Bahnkunden, beispielsweise Rolli- und Rollatorenfahrer, stellen die Treppen am Mescheder Bahnhof bereits jetzt ein unüberwindbares Hindernis für die Fahrt in Richtung Dortmund oder Hagen dar. Da braucht’s gar keinen Zaun.
UPDATE (09.07.2012)
Der Mescheder Untergrund konnte sich übrigens unlängst über eine Sanierung in Form von weißer Farbe und Duftspendern freuen. Beweisfoto folgt – sofern bis dahin nicht schon wieder der alte Zustand erreicht wurde… -
Von Revolutionen, dem Web 2.0 und einer Palette Sauerländer Bier
Die Jusos Saarlouis veröffentlichen seit kurzem einen Newsletter namens „Revoluzzer“. Zugegeben, eine Meldung ist das nicht wert. Die kleine Randnotiz, die dazu jüngst in der Saarbrücker Zeitung erschien, dann aber wieder schon. Die politische Konkurrenz hat’s entdeckt, weiterverbreitet und die Netzwelt lacht. Dumm gelaufen. Zumal die Juso-Pressemeldung kein Wort über eine Revolution verliert. Sofern sich der verantwortliche Redakteur lediglich einen Spaß erlauben wollte, so ist ihm das jedenfalls gelungen.Erinnert hat mich die ganze Geschichte irgendwie an eine Sauerländer Ortsgruppe der FDP. Die wollten über das „Web 2.0“ neue frische Wählerschichten akquirieren. Daraus geworden ist dann das: „Twitter Online!“
Passend dazu demonstrierte ein Sauerländer Brauerei-Imperium, wie (positive) Öffentlichkeitsarbeit funktioniert. Nachdem man vom hausinternen Blog der taz als zunächst als „Gurke des Tages“ bloßgestellt worden war, lieferte die kreative Unternehmenskommunikation in der Wästerstadt umgehend den Beleg dafür, dass Alkohol durchaus eine Lösung sein kann.
Die Tücken der Öffentlichkeitsarbeit. Mehr sag‘ ich mal nicht…
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Schrumpfkur für den Mescheder Stadtrat
Die Mescheder Ratsherrn (und -frauen) sollen sich bei ihrem nächsten Zusammentreffen mit ihrer eigenen Dezimierung befassen (natürlich nicht im ursprüngliche Sinne des Begriffes). Denn nach dem Willen von Bürgermeister und Stadtverwaltung soll die Zahl der Bürgervertreter ab der kommenden Legislaturperiode auf 38 sinken. Bislang sitzen regulär 44, aufgrund von Überhangmandaten aktuell sogar 46 Mitglieder im städtischen Rat.
Die Idee dazu ist nicht neu. Bereits 2009 – unmittelbar nach der letzten Kommunalwahl – stellte die SPD-Fraktion einen entsprechenden Antrag auf Verkleinerung des Gremiums. Erst vor gut einem Jahr, im Dezember 2010, wurde der Vorschlag jedoch abgelehnt. Warum das Thema nun schon wieder auf der Tagesordnung steht, darüber kann man nur spekulieren. Möglicherweise liegt es daran, dass der Vorschlag diesmal aus einer anderen (politischen) Richtung kommt.
Die angedachte Schrumpfkur des Stadtrats macht Sinn. Die Bevölkerung der Kreisstadt sinkt und wird weiter abnehmen. Noch wichtiger aber ist, dass das ehrenamtliche Engagement abnimmt. Auch und gerade die politischen Organisationen bekommen dies zu spüren. De facto wird es zunehmend schwieriger, alle 22 Wahlkreise in der Kreisstadt mit Kandidaten zu bestücken. Auf
langekurze Sicht, wird es keine Alternative zu einer Verkleinerung des Rates geben.Problematisch finde ich dagegen, den finanziellen Aspekt in den Vordergrund der Debatte zu stellen. Natürlich bedeuten weniger Ratsmitglieder auch weniger Kosten. Die Stadtverwaltung rechnet bei einer Reduzierung des Rates um sechs Sitze mit einer jährlichen Ersparnis von etwa 20.000 € – diese Summe erscheint durchaus realistisch. Auch die SPD-Fraktion begründete ihren Antrag von 2009 damit, dass man beim Sparen mit gutem Beispiel voran gehen wolle.
Diese Argumentationsweise ist sicherlich populär, aber auch populistisch. Denn Demokratie kostet nun einmal Geld. Das muss klar sein, und dazu sollte man stehen. Auch wenn das gegenüber einer Öffentlichkeit, die jede Form des politischen Engagements („die Politiker“) zunehmend kritisch sieht, nicht immer leicht fällt. Vielleicht müsste an dieser Stelle mehr Aufklärungsarbeit betrieben werden. Denn aus finanzieller Sicht lohnt sich ein kommunales Mandat sicher nicht.
Kommunalpolitiker sind ehrenamtlich tätig. Sie erhalten kein Gehalt, wohl aber eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Deren Höhe ist nicht beliebig, sondern in einer entsprechenden Landesverordnung (EntschVO) geregelt. Dabei gibt zwei Möglichkeiten der Entschädigung. Variante A sieht einen monatlichen Pauschalbetrag vor. Variante B besteht aus einer monatlichen Grundpauschale zzgl. Sitzungsgelder. Die Stadt Meschede wendet letztere an.
Aktuell erhält ein einfaches Ratsmitglied demnach monatlich pauschal 169,00 € und einen zusätzlichen Betrag von 17,30 € je Sitzung. Variante A wäre übrigens nicht zwangsläufig günstiger – dann würde die Monatspauschale 256,50 € betragen. Davon sind 144 € monatlich, bzw. 1.728 € jährlich steuerfrei. Hinzu kommen ggf. Erstattungen für Fahrtkosten und Verdienstausfall. Darüber hinaus generieren einige Ratsmitglieder zusätzliche Einnahmen durch Posten in Aufsichtsräten (bspw. Sparkasse).
Das klingt zunächst einmal ganz lukrativ. Rechnet man die Aufwandsentschädigungen jedoch einmal auf die investierte (Frei)Zeit herunter, sieht es eher mau aus. Hinzu kommt, dass viele Ratsmitglieder einen nicht unerheblichen Teil ihrer Einnahmen an die Parteien abführen.
Des Geldes wegen lohnt sich ein Ratsmandat jedenfalls sicher nicht. Selbst wenn man seine Zeit im Rat nur „absitzen“ sollte. Was das betrifft, sollte man insbesondere bezüglich der Aufwandsentschädigungen mehr Transparenz gegenüber der Bevölkerung schaffen. Auf der Internetseite der Stadt Meschede findet man jedenfalls nichts Konkretes dazu und dass Kommunalpolitiker ihre Einnahmen durch die Mandatstätigkeit öffentlich (bspw. auf den Webseiten der Ratsfraktionen) aufschlüsseln, ist auch die Ausnahme. In Meschede geschieht dies gar nicht.
Eine Schrumpfkur für den Stadtrat ist notwendig. Nur sollte man diese nicht mit potenziellen Einsparungen begründen, sondern mit den gegebenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: Die Bereitschaft zu ehrenamtlichen Engagement nimmt ab, die Folgen des demografischen Wandels werden spürbar. Sparen könnte man in diesem Bereich übrigens auch unabhängig von einer Ratsverkleinerung – am Verwaltungsaufwand für die Ratsmitglieder. So werden bspw. die Vorlagen und Einladungen zu den einzelnen Sitzungen nach wie vor auf Papier und per Briefpost verschickt. Dabei unterhält die Kreisstadt ein Bürger- und Ratsinformationssystem, dass dies eigentlich weitestgehend überflüssig macht.
UPDATE (07.02.2012)
Die UWG hat mittlerweile einen Antrag auf Absetzung des Tagesordnungspunktes gestellt. Auch die Wählergemeinschaft stellt sich offenbar die Frage, warum das Thema Ratsverkleinerung erneut zur Diskussion steht. Andererseits wird damit aber auch klar, dass die UWG zumindest auf absehbarer Zeit eine Dezimierung des Rates verhindern will.UPDATE (10.02.2012)
Die Mescheder Stadtrat hat seine Verkleinerung unterdessen beschlossen. Aber 2014 hat das Gremium damit sechs Sitze weniger.